über mich

Die 1980er Jahre waren eine spannende Zeit für den Weinbau. Ich hatte das Glück schon als Student bei einem Pionier der Bremer Weinimporteure langfristig arbeiten zu dürfen und mitzuerleben, wie aus damaligen Neuentdeckungen inzwischen Weingüter mit internationalem Renommee wurden. Reisen nach Italien, Spanien, Portugal und Frankreich brachten tiefe Einblicke und Kontakte in den wichtigen europäischen Anbauregionen.

Eine frische Dorade mit Fenchelgemüse, dazu ein herbfrischer Vermentino im Glas mit kühlen Aromen von Orangenzeste & Brennnessel getrunken am Mittelmeer; das regelmäßig frisch von der Oma gebackene legendäre Landbrot auf dem Hof von Edeltraut & Hans Peter Ziereisen im Markgräfeler Land mit spontan vergorenem Gutedel oder Burgunder im Glas, oder ein feiner monumentaler Barolo in den Nebelschwaden der Langhe; auch Single Quinta Ports im Terrassental des Douro sind unbezahlbare vielfältige Erlebnisse.

Noch wichtiger sind Gespräche mit Winzern, es ist hilfreich aus erster Hand zu erfahren, welchen Einfluss etwa ein warm-würzig bröckeliger Rotschiefer im Vergleich zur Mineralik von Untergründen aus hartem Grau-/ Blauschiefer, oder Kalk-Mergel Boden für die Rebstöcke und den späteren Wein hat. Die Veränderungen des Klimas, Höhenlagen, Ausrichtung der Reben und Wasser sind von nicht unerheblicher Bedeutung.

Wie schwindelfrei kann ein Norddeutscher mit falschem Schuhwerk sein in einer Steillage mit 70% Gefälle? Ist dabei an Arbeiten mit der Rebschere zu denken?

Spannend sind Innovationen wie der Ausbau von großen Rieslingen im Holzfass bei Von Winning in der Pfalz, Peter Jakob Kühn züchtet eigene Kräutertees um seine Reben damit zu düngen… Immer wieder streben neue junge unvoreingenommene Winzergenerationen nach, die gemeinsame Philosophien entwickeln um Ihre Region voranzubringen, gut ausgebildet und mit Visionen, teils polarisierend und „arnarchisch“ auch im stillen,… aber immer authentisch und jenseits des unüberschaubaren Angebotes des langweilig austauschbaren riesigen Massenweinmarktes.

Was habe ich gelernt? Respekt vor handwerklich arbeitenden Winzern und der Natur, neugierig und offen zu bleiben, um auch weiterhin wie seit 1999 Wein-Qualitäten mit Niveau herauszufiltern, den Stil der Weine zu kennen und dessen Lagerfähigkeit einschätzen zu können, übrigens immer noch in partnerschaftlichem Kontakt mit dem Weinimporteurs-Pionier der ersten Stunde, fließt alle Erfahrung ein in meine Auswahl, die kein quantitatives Allroundprogramm sein will um Fachkompetenz vorzutäuschen, sondern bewusst ausgesucht und individuell.